Die inaktive und kontaktarme Masse der Parteimitglieder informiert sich größtenteils extern. Das bedeutet sie besitzt – beispielsweise beim Lesen eines Presseartikels über die Partei – denselben Informationsstand wie ein Nichtmitglied. Die Basis der CDU Baden-Württemberg ist in äußerst geringem Umfang in das innerparteiliche Kommunikationsnetzwerk eingebunden. Oft reicht der Kontakt und damit auch der Einfluss der Parteibasis nicht einmal bis in den eigenen Kreisverband hinein und bleibt wenn überhaupt auf Ortsebene hängen.
Zwar gibt es Mitgliedermagazine wie das mehr oder weniger professionell erstellte CDU intern, das über Veranstaltungen, Termine und über einige wenige Sachthemen informiert, garniert mit seitenweise Fotos der örtlichen Parteiprominenz. Es lässt jedoch keinen offenen Dialog zu und dient größtenteils der Selbstbeweihräucherung einzelner Personen. Das ist verschenktes Potenzial, ein Relaunch wäre dringend notwendig. Minimum für einen offenen Dialog wäre zumindest eine regelmäßige „Leserbriefspalte“.
Hilfreich wäre die Einrichtung eines Intranets auf Landesebene, das den Informationsfluss in alle Parteiebenen hinein sicherstellt. Auch über regelmäßige Newsletter lassen sich Mitglieder stärker einbinden, weil sie sich besser und exklusiver informiert fühlen. Die Ziele der internen Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit sollten sein:
- die Mobilisierung des Know-Hows der Mitglieder und die Förderung deren Engagements,
- die Stärkung der Akzeptanz von Entscheidungen, Personen und des Vertrauens in die Parteiführung,
- die Schaffung von Transparenz der Parteiziele und die Verbesserung der Umsetzung dieser auf allen Parteiebenen und
- die Optimierung der Kommunikationswege sowie der Kommunikationsarchitektur und die Stärkung des Kommunikationsflusses.
Ergänzend stellt die bessere Identifikation der Mitglieder mit der CDU ein entscheidendes Ziel der innerparteilichen Kommunikation dar, mit dem eine bessere Einstellung der Partei gegenüber einhergeht. Das Image der CDU verbessert sich, was wiederum neue Mitglieder und Interessenten anspricht.

Tim Hauser ist Vorsitzender des JU-Stadtverbands Esslingen a. N. und stellvertretender Vorsitzender des JU-Kreisverbands. Er studiert derzeit an der Hochschule Calw Medien- und Kommunikationsmanagement mit der Vertiefungsrichtung Wirtschaftsjournalismus auf Master.
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